Im Herzen ein Lebens-Philosoph.

Alle Artikel vonRobert Lecher

Muße

Empfangen, aufnehmen und aktiv gestalten

Hermeneutischer Blickwinkel – Was soll das alles bedeuten?!

So langsam geht es in den Herbst! Die ersten Stare kehren ein und damit ist die Zeit bis zu den Herbstferien nicht mehr lange.
In bewährter Tradition geht damit auch die geistige Auseinandersetzung mit den Schmetterlingstagen einher.

Wir, der Vorwärts e.V. und seine Mitglieder, sind mehr als froh, dass auf der Insel in Sulzheim ein Ort geschaffen wurde, der den Raum und alle Möglichkeiten bietet, die für ein solch anspruchsvolles „Kinder-Retreat“ notwendig sind. Vier Tage intensive Forschungsarbeit mit jungen und alten Forschenden aus der Region und Umgebung.

Jedes Jahr aufs neue fragen wir uns in bewährter hermeneutischer Tradition – wie kann man die Schmetterlingstage in Worte fassen. Was ist das? Was ist die Idee? Dbzgl. wurde an dieser Stelle bereits der ein oder andere Artikel verfasst. Die Tage stolperte ich über ein schmackhaftes Interview mit dem Freiburger Philosophen Dr. Jochen Gimmel, der sich in seiner jüngeren Forschungsarbeit mit dem Wesensgehalt der Muße (2021) auseinandersetzte. Weiterlesen

Schmetterlingstage 2025 – I’m a BUTTERFLY

Vom Benennen zum Staunen – Eine Rückkehr zum BeginnersMIND

„Gehen Sie KATEGORIELOS über Los und ziehen Sie NICHTS!“

“The day you teach the child the name of the bird, the child will never see that bird again.” — Jiddu Krishnamurti

Dieser Ausspruch des indischen Philosophen Krishnamurti beschreibt einen der zentralen Arbeitsschwerpunkte der Schmetterlingstage – eines viertägigen Kids-Retreats auf der Insel im rheinhessischen Sulzheim, das im Herbst 2025 erneut mit rund 20 Kindern stattfinden konnte.

Kategorisieren, benennen, einordnen, labeln, vereinfachen, nachmachen … Menschliche Strategien, die Ordnung schaffen – und gleichzeitig eine Trennung zwischen uns und dem eigentlichen Erleben bewirken.

Die wahrhaftige Essenz des „Was ist“ geht verloren. Die magische Haltung des Staunens weicht dem ErwachsenenMIND der Wissenschaft, der Logik und des deklarativen Wissens. Weiterlesen

Schmetterlingstage in Sulzheim – wider mit der Deprivation

„Die Schmetterlingstage sind für Kinder besondere Tage der inneren Einkehr und Gemeinschaft.“

Vor einigen Jahren stolperte ich über das technische Wort  „Deprivation“. Laut Definition von Oxford Languages bedeutet dies in der Psychologie Mangel, Verlust oder Entzug von etwas Erwünschtem. Damals war das Wort in einen philosophischen Essay zum Thema Tierrechte und Veganismus kontextualisiert, was für mich stimmig war und bis heute ist.

Im Inneren arbeitete der Terminus weiter, und ich begann, seinen polyformen Charakter zu beobachten. Die „Insel von János“ ist für mich der Antipol von Deprivation. In Anlehnung an die oben genannte Definition steht sie für Überfluss, Bereicherung und den Erfüllungsort von etwas Erwünschtem. Sie ist ein anthropogener Topos, der in den tiefen Strukturen menschlicher Existenz ansetzt.

Die anstehenden „Schmetterlingstage“ sind ein mustergültiges Beispiel für ein Angebot von etwas Erwünschtem. Sie eröffnen den Teilnehmenden einen Zugang zu leider vernachlässigten Bereichen des Seins. Sie leisten einen Beitrag zur Abschaffung von Deprivation im Rahmen kindlicher Entwicklung – in Eigen- wie in gruppenbezogener Verantwortung kann man sich selbst und das Umfeld auf spielerische Weise erfahren.

Eingebundenheit, Austausch, Offenheit, Verletzlichkeit, Freude, Spannung, Überraschung, Lachen, Tanzen, Singen, Kochen, Schlemmen, Körperbewusstheit, Rhythmik …
– kein Verlust, kein Mangel, kein Entzug! Nein – das Gegenteil bitte!